Caravirtual's Blog

a blog about microblogging and personal learning environments (university seminar)

Reflektion zum Vortrag “PLE zwischem Alltäglichem und Besonderem” 09/11/2009

Filed under: seminar-task — caravirtual @ 22:04
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Zur nächsten Seminarsitzung sollen wir das Video: “PLE zwischem Alltäglichem und Besonderem: Was konstituiert eigentlich eine LERNumgebung?” von Prof. Dr. Rolf Schulmeister reflektieren, das wir in der letzten Woche im Seminar gesehen haben.

Besonders interessant fand ich, dass Prof. Schulmeister intensiv auf die Bedeutung des Wortes “Personal Learning Environment” eingegangen ist. In seinem Vortrag wird deutlich, dass dies keineswegs schnell und einfach zu übersetzen ist. Allein das Wort “personal” kann mit persönlich, privat, personalisiert, individuell, angepasst, adaptiv oder adaptivierbar übersetzt werden.

So einfach zu übersetzen, wie ich anfangs dachte und auch in meinem Essay geschrieben hatte, ist PLE also nicht. Vermutlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie er PLE für sich definiert.

Prof. Schulmeister betont, dass es keine allgemeine Definition von PLE gibt, sondern nur eine private. Dies begründet er damit, dass Lernen persönlich ist und Lernen in Deutschland konstruktivistisch geprägt ist. Es sei irrelevant, dass die Umgebung persönlich ist, wichtig sei nur, dass Lernen persönlich ist. PLEs zählen nach seiner Auffassung zu den formalen Komponenten der Lernsituation, wozu unter anderem auch Materialien wie Papier und Stifte gehören.

Zudem sei auch wichtig, dass ich in einer Umgebung lerne, in der ich lernen will und die ich als Lernumgebung wahrnehme. Meine Lernintentionen (und damit sind wir wieder beim Konstruktivismus nach Klaus Holzkamp, s. auch task #6) seien am wichtigsten beim Lernen.

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Task #6 Holzkamp´s learning theory (english version) 08/07/2009

Introduction

In Task #6 we should research for a theory, which fits to “educational (micro)blogging”. Then we are supposed to develop a small usecase for our future pedagogical field of practice using this theory. I opt for the “Subjektwissenschaftliche Lerntheorie” by the german psychologist Klaus Holzkamp.

The Theory

The “Subjektwissenschaftliche Lerntheorie“ is a learning theory from the standpoint of the subject. Holzkamp´s theory is based on the question, what kind of intentions the learners have.

According to Holzkamp learning is a main ability to cope with life, which happens when a subject (learner) encounters resistance during learning. Learning results from the discrepance between will, aim and ability. (cf. Holzkamp 2004, p. 29f.)

If the individual ability is not sufficient to solve the problem, one needs to adopt something new. The person now has problems in acting, which he cannot resolve with available abilities. The problems of acting turn out to a problem of learning. To cope with the latter you need to set a kind of intermediate step, which is called “Lernschleife” (learning-loop) by Holzkamp. This results in a learning process, which can proceed in many different ways. (cf. Holzkamp 1995, p. 445f.)

Holzkamp decides between two ways of learning. On the one hand is the accidental learning, on the other hand is an intentional learning, which means that an arranged learning occurs, because the person has to do it to achieve one´s aim. (cf. Holzkamp 2004, p. 30f.)

A learning act can have different character: defensive or reflationary. A defensive learning act exists if the aim implies an avoidance of interference and menace or if the person uses a strategy of refusing.

The aim of a reflationary learning act is the expansion of the own knowledge and appears i.a. with a request for help. Is the learning act successful a knowledge expansion arises. Holzkamp calls this “Weltverfügung” (world disposition). (cf. Holzkamp 1995, p. 448f.)

sources:

Holzkamp, Klaus (1995): Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung. Frankfurt am Main/ New York. Kap. 4.

Holzkamp, Klaus: Wider den Lehr-Lern-Kurzschluß. Interview zum Thema Lernen. In: Faulstich, Peter/ Ludwig, Joachim (Hrsg.) (2004): Expansives Lernen. Hohengehren, S. 29-38.

The Usecase

Imagine pupils write a blog with a relevant content. They write some blogentries and maybe also take a note of their problems with the theme or technology. Therefore the problems of learning were documented automatically and the engaged learning loop could be visible for the owner of the blog himself and his teacher, too.

You can probably analyse on the basis of the blogentry, if it is intentional or accidental learning.

The pupil could survey his own blogentry and thereby look on the current problems to get a clearer view and more distance to the problem. His previous acting could be reflected and causes of the problems would be clarified. One´s own failing show up and should be reflected in another context to negotiate it. The problem of acting can be taken over consciously as the problem of learning. In this manner, their own preconditions of action could improve.

Other people, for example classmates, can add comments to the blogentries to give suggestions or support. That can inspire the learning process.

During the learning loop, “Twitter” could also be used to get fast answers to the own questions or problems. But maybe the limitations of 140 characters at Twitter could be too less to describe the problem.

In my opinion the step of verbalisation or rather transforming the present problem of learning into a written form is already a learning process, because you deal with it.

 

Task #6 Die subjektwissenschaftliche Lerntheorie nach Klaus Holzkamp 15/06/2009

Filed under: seminar-task — caravirtual @ 21:12
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Einleitung

Die sechste Seminaraufgabe sieht vor, dass jeder nach einer Theorie suchen soll, die in Verbindung zum “educational (micro)blogging” steht. Diese Theorie soll dann anhand eines kleinen Anwendungsbeispiels mit der Praxis verknüpft werden.

Mirjam und ich haben uns entschieden, diese Aufgabe gedanklich gemeinsam anzugehen, wobei sie sich mit der “Theorie des Konnektivismus” beschäftigt, während ich mich der subjektwissenschaftlichen Theorie, begründet von Klaus Holzkamp, widme.

Aus zeitlichen Gründen ist dieser Post vorerst auf deutsch, eine englische Zusammenfassung wird aber noch folgen.

Die Theorie

Klaus Holzkamps subjektwissenschaftliche Lerntheorie thematisiert ein Lernen, das nach den Intentionen der Lernenden fragt. Hieraus ergeben sich Ansätze einer kritisch-pragmatistischen Lerntheorie, die auf der Ebene individuellen Lernens als bedeutungsgeleitetes Handeln argumentiert.

Nach Holzkamp ist Lernen ein zentrales Mittel zur Lebensbewältigung, zu dem es immer dann kommt, wenn ein Subjekt (ein Lernender) während seiner Lernhandlung auf Widerstände stößt. Lernanlässe entstehen aus Holzkamps Sicht aus der Diskrepanzerfahrung zwischen Wollen, Absicht und Fähigkeit. (vgl. Holzkamp 2004, S. 29f.)

Das heißt, wenn das individuelle Können nicht ausreicht um ein Problem zu lösen, muss man sich etwas Neues aneignen. Das Individuum sieht sich in diesem Fall einer Handlungsproblematik gegenüber, die es durch vorhandene Fähigkeiten nicht auflösen kann. Dadurch entwickelt sich aus der Handlungsproblematik eine Lernproblematik, der man durch Einlegen einer nach Holzkamp benannten Lernschleife, eine Art Zwischenschritt, nachgeht. Es kommt nun zum Lernprozess, der auf unterschiedliche Art und Weise ablaufen kann. (vgl. Holzkamp 1995, S. 445f.)

Zum einen kann nach Holzkamp mitgelernt (akzidentell) werden, das heißt Lernen erfolgt zufällig. Zum anderen kann eine intentionale Distanzhaltung vorherrschen, was bedeutet, dass es zu absichtlichem, geplantem Lernen kommt, weil es der Lernende muss, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. (vgl. Holzkamp 2004, S. 30f.)

Eine Lernhandlung kann wiederum defensiver und expansiver Art sein. Eine defensive, also verteidigende Lernhandlung liegt vor, wenn das Ziel eine Abwendung von Beeinträchtigung und Bedrohung bedeutet, wenn das lernende Subjekt eine Verweigerungsstrategie anwendet oder wenn laut experimentiert wird. Eine expansive Lernhandlung hat das Ziel der Erweiterung eigener Weltverfügung und äußert sich unter anderem durch ein eindeutiges Signal nach benötigter Hilfe. Bei erfolgreicher Lernhandlung entsteht eine Verfügungserweiterung, die Holzkamp als Weltverfügung bezeichnet. (vgl. Holzkamp 1995, S. 448f.)

Quellen:

Holzkamp, Klaus (1995): Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung. Frankfurt am Main/ New York. Kap. 4.

Holzkamp, Klaus: Wider den Lehr-Lern-Kurzschluß. Interview zum Thema Lernen. In: Faulstich, Peter/ Ludwig, Joachim (Hrsg.) (2004): Expansives Lernen. Hohengehren, S. 29-38.

Die Verknüpfung mit der Praxis (Anwendungsfall)

Holzkamps subjektwissenschaftliche Lerntheorie finde ich interessant in Hinblick auf die Arbeit mit einem Blog. Angenommen Schüler führen einen Blog zu unterrichtsrelevanten Themen. Sie schreiben verschiedene Einträge (Posts) und thematisieren vielleicht sogar aufkommende Probleme. Dadurch werden die Lernproblematiken automatisch dokumentiert und auch eine eingelegte Lernschleife für den Bloginhaber selbst sowie die Lehrkraft sichtbar.

Vemutlich kann auch anhand der Posts analysiert werden, ob es sich um akzidentelles oder intentionales Lernen handelt.

Der Schüler kann durch die Betrachtung seiner eigenen Posts in der Problembewältigung innehalten und an Übersicht und Distanz gewinnen.

Sein bisheriges Handeln kann reflektiert und Ursachen der Schwierigkeiten geklärt werden.

Indem das bisher Geschriebene als Ganzes betrachtet wird und beispielsweise ein Standpunktwechsel vorgenommen wird könnten neue Aspekte gewonnen werden.

Eigene Schwächen werden sichtbar und sollten versucht werden, in einem anderen Licht gesehen zu werden, damit sie überwunden werden.

Dadurch kann die Handlungsproblematik bewusst als Lernproblematik übernommen werden.

Auf diese Weise können die eigenen Handlungsvoraussetzungen verbessert werden.

Indem andere Personen Kommentare zu den Posts schreiben, können zudem Anregungen oder Hilfestellungen gegeben werden, was den Lernprozess durchaus anregen kann.

Während der Lernschleife könnte auch die Plattform „Twitter“ genutzt werden, um die Möglichkeit zu nutzen, schnelle Antworten auf die eigenen Fragen/ Probleme zu erhalten. Ich denke allein der Schritt der Verbalisierung beziehungsweise Verschriftlichung der momentanen Lernproblematik, ist bereits ein Lernprozess, da man sich mit seinem Problem auseinander setzt.