Caravirtual's Blog

a blog about microblogging and personal learning environments (university seminar)

Informelles Lernen und PLE 31/12/2009

Filed under: seminar-task — caravirtual @ 17:56
Tags: , , , , , , ,

Einleitung

In den letzten Wochen sollten wir uns dem Begriff “Informelles Lernen” nähern. Für mich ist dieser Begriff nicht neu, da ich bereits im Sommersemester 2008 ein Seminar zu diesem Thema besucht habe. Zudem lautete unsere Aufgabe, Verbindungen zum Thema “Personal Learning Environment” zu finden.

Ich beginne diesen Artikel mit einer Klärung des Begriffs “Informelles Lernen” und werde anschließend versuchen, eine Verbindung zur PLE zu finden.

Informelles Lernen

Günther Dohmen ist emeritierter Professor für Erwachsenenbildung/ Weiterbildung an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und wissenschaftlicher Berater des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung).

Formales Lernen ist  künstlich arrangiert, didaktisch präpariert und kann auch als Nachlernen bezeichnet werden. Es ist also das, was täglich an Schulen und in anderen Institutionen stattfindet.

Dohmen schreibt, dass nach Experteneinschätzungen jedoch nicht mehr als 30% des menschlichen Lernens in Bildungsinstitutionen stattfindet und im Allgemeinen weniger als die Hälfte der Erwachsenen zur Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen zu bewegen ist.

Informelles Lernen hingegen ist ein nicht veranstaltetes unmittelbares Verarbeiten von Reizstrukturen, Eindrücken, Informationen, Erlebnissen, Begegnungen etc. in den verschiedensten Umweltbereichen und ist ein nahezu natürliches Erfahrungslernen.

Dohmen betont, dass alle Menschen bereits ihr Leben lang informell in ihren Lebens- und Berufszusammenhängen lernen und sich deshalb die Anerkennung und Förderung des informellen Lernens als ein zentraler Ansatz zur Einbeziehung der bisher Bildungsbenachteiligten in ein nachhaltiges „lebenslanges Lernen aller“ anbiete (vgl. Dohmen 2001, S. 2f.).

Grenzen des informellen Lernens werden in der amerikanischen Literatur im nicht kritisch reflektierten Lernen gesehen (Dohmen 2001, S.29).

Bloßes informelles Erfahrungslernen führe zwar zu praktischer Lebenstüchtigkeit, bliebe jedoch meist auf einen begrenzten Umweltbereich eingeschränkt, ohne kritische Reflektion.

Ein anderer, sehr bekannter Vertreter des Informellen Lernens, ist der Amerikaner Jay Cross. Er wird als Meister des informellen Lernens bezeichnet und sagt selbst, seine Berufung sei das Geschäft Menschen zu helfen, ihre Leistung “on the job” zu verbessern und Zufriedenheit im Leben zu erlangen. Jay Cross ist Absolvent der Princeton University und der Harvard Business School.

In seinem Blog Informal Learning Blog, den er mit der Think-Tank-Gruppe Internet Time Group führt, beschreibt er das Informelle Lernen mit einem schönen, anschaulichen Beispiel:

Informal learning is like riding a bicycle: the rider chooses the destination and the route. The cyclist can take a detour at a moment’s notice to admire the scenery or help a fellow rider.

Formal learning is like riding a bus: the driver decides where the bus is going; the passengers are along for the ride. People new to the territory often ride the bus before hopping on the bike.” (Cross 2006)

Verknüpfung

Meiner Meinung nach findet informelles Lernen besonders im Alltag statt, unter anderem auch im Medienbereich. Allein durch die Arbeit am Computer lerne und arbeite ich sehr informell. Ich habe nie einen Computerkurs besucht, dennoch kann ich gut mit meinem Computer arbeiten. Viele Dinge habe ich intuitiv und durch Ausprobieren gelernt. Die Programme und Funktionen meines Computers sind so von mir eingerichtet, dass ich gut mit ihnen arbeiten kann. Besonders wichtig sind mir beispielsweise die Lesezeichen in meiner Browser-Taskleiste, damit ich schnell auf präferierte Internetseiten zugreifen kann. Dies sind alles Teile meiner PLE am Computer. Und genau diese PLE habe ich mir informell erarbeitet.

Als ich für mein Seminar letztes Semester ein Blog führen musste, habe ich im Seminar gelernt, was ein Blog ist und was ich damit tun soll. Das fand in einem präparierten, didaktisch aufbereiteten Rahmen statt und war somit ein formaler Lernprozess.

Als ich mich zu Hause jedoch alleine vor meinen Computer gesetzt habe um diesen Blog einzurichten, sodass er für mich schön und funktional ist, habe ich mich allein durch die Tücken des Programms gearbeitet. Dieses Lernen würde ich als informelles Lernen bezeichnen. Durch diesen Vorgang habe ich meinen Blog so eingerichtet, wie ich wollte und somit eine Art Blog-PLE erstellt.

Literatur

Cross, Jay (2006): Informal learning blog. What is Informal Learning? In: http://www.informl.com/2006/05/20/what-is-informal-learning/ (letzter Zugriff: 30.12.09)

Dohmen, Günther (2001): Das informelle Lernen- Die internationale Erschließung einer bisher vernachlässigten Grundform menschlichen Lernens für das lebenslange Lernen aller. In: Bundesministerium fürBildung und Forschung (BMBF), Referat Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.). http://www.bmbf.de/pub/das_informelle_lernen.pdf (letzter Zugriff: 30.12.09)

 

One Response to “Informelles Lernen und PLE”

  1. […] Jay Cross beschriebene 20/80 Paradoxon auch auf Schulen zutrifft. Hier ein Link zu diesem Thema. Catha, Oline, Lennys Frauchen, Dominik, Sarah, Markus, S. Arnold. Eine ganze Website inklusive Blog zum […]


Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s